SGD Nord beantwortet Fragen der Freien Bürgerliste (FBL)

SGD Nord beantwortet Fragen der Freien Bürgerliste (FBL)

Abb: FFH-Gebiet Ahrmündung. Werden hier ab 2021 Wasserbüffel stehen?

Am 25.11.2019 hatten Mitglieder der Freien Bürgerliste Remagen-Kripp (FBL) die Möglichkeit, Klarheit über das Wasserbüffelprojekt zu bekommen.  

Vor der Ausschusssitzung für Umwelt und Stadtentwicklung der Stadt Sinzig beantworteten Stefan Backes (Projektleiter der SGD Nord), Dr. Roland Pietsch (Umweltreferat der SGD Nord) und Dr. Ulla Stüßer (Sinziger Büro Bioconsulting) in einem konstruktiven Gespräch den von der Freien Bürgerliste gestellten Fragenkatalog. Dabei konnten bestehende Zweifel zum Teil ausgeräumt werden.

Nach aktuellem Stand können die Tiere auf eine Fläche von ca. 40ha angesiedelt werden. Die beweidete Fläche soll nach Aussagen der SGD eingezäunt werden, was für den bisher lebenden Wildbestand nicht hinderlich sein soll. Neben der optischen Begrenzung werden die angesiedelten Tiere noch mittels Virtual Fencing im Beweidungsgebiet gehalten (fence engl. = Zaun). Dieser virtuelle Zaun funktioniert dahingehend, dass den Tieren mittels GPS-gestütztem Halsband in einem vorher genau definierten Bereich geortet und gehalten werden können. Somit kann ein Ausreißen oder Betreten von fremden Grundstücken verhindert werden.

Ein wichtiges Anliegen der Freien Bürgerliste war und ist der wahrscheinlich immer öfter ein-tretende Hochwasserfall. Noch im Anfang der Planungsphase hatte sich Herr Backes mit der oberen Wasserbehörde konsultiert und schlimmste Hochwasserstände simuliert. Ein hochwasserfreies Gebiet als Ausweichfläche für die Tiere sei laut Herrn Backes schon vorhanden, konnte aber aufgrund der laufenden Verhandlungen noch nicht konkret bekanntgegeben werden.

Die befürchtete mögliche zusätzliche Belastung der Kripper Feuerwehr im Hochwasserfall, die Tiere ins Ausweichgebiet zu führen, soll es aber nicht geben. Es wurde versichert, dass eine zuständige Person allein für die Tiere verantwortlich sein wird und diese im Hochwasserfall in das hochwasserfreie Gebiet bringen würde. Somit würde keine zusätzliche Belastung für die Freiwillige Feuerwehr Kripp eintreten.

Mehrere unserer Fragen betrafen die bislang ansässigen Tiere. Wie schon in sämtlich voran-gegangen Veröffentlichungen wurde seitens der SGD Nord nochmal die Chance erläutert, die Artenvielfalt durch dieses Beweidungsprojekt zu verbessern. Durch die bekannte Lebensart der Wasserbüffel, sich meist nur auf gezielten Pfaden zu bewegen, werden Gelege und/oder Bodenbrüter nur minimal verdrängt und/oder zerstört. Auch werden sich die Abhänge der Ahr nur im geringen Ausmaß ändern. Allerdings konnte diese Aussage auch nach Nachfragen nicht durch aktuelle Studien oder Untersuchungen belegt werden.

Auf den wichtigen Fragenkomplex bezüglich Auswirkungen für Kripp durch einen möglichen Tourismus wurde eine wichtige Annahme entkräftet. Bei dem von der SGD Nord geplanten Wasserbüffelprojekt handelt es sich lediglich um ein Beweidungsprojekt.

Ein mögliches begleitendes Tourismusprojekt obliegt allein der Stadt Sinzig. Eine gezielte Lenkung eines möglichen Touristenstromes sowie das Anlegen eines Rundweges und die Errichtung von Aussichtsplattformen würde lediglich von der SGD Nord ideelle Unterstützung finden. Von einer möglichen finanziellen Unterstützung hat sich die SGD Nord klar distanziert.

Die Freie Bürgerliste Remagen-Kripp wird aktiv die Verantwortlichen von Politik und Verwaltung begleiten, um den wahrscheinlich durch das Beweidungsprojekt einhergehenden sanften Tourismus zu lenken. Ein zusätzlicher Parkdruck auf die Straßenflächen des Treidelortes Kripp, der ohnehin bereits durch die Bundesstraße 266 stark belastet ist, sollte weiterhin verhindert werden.

Abschließend ist noch zu erwähnen, dass nach Anregung unseres Ortsvorstehers Axel Blumenstein Herr Backes sich für ein weiteres öffentliches Gespräch im Jahr 2020 in Kripp zur Verfügung stellen möchte. Weitere Fragen und Probleme können somit auch noch in der Planungsphase besprochen werden, um unseren Ort vor möglichen Nachteilen zu schützen.

 

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