50 Jahre Freie Bürgerliste (FBL)

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40 Jahre Freie Bürgerliste (FBL) – Jubiläum am 2. Mai 2004 gefeiert

Die  “Freie  Bürgerliste der  Gesamtstadt Remagen  (FBL) e. V.” feierte am  Sonntag, den 2. Mai 2004, ihr 40jähriges Bestehen. Sie gehört seit 1964 ununterbrochen dem Remagener Stadtrat an. Für den Jubiläumstag lud die Bürgerliste im Foyer der Rheinhalle in Remagen ihre Mitglieder und Freunde sowie Vertreter der politischen Parteien und der Verwaltung zu einem kleinen Festakt mit Frühschoppen ein.

Zur Bündelung ihrer Kräfte schlossen sich Anfang 2001 die “Freie Bürgerliste Remagen, Kripp, Unkelbach, Oedingen (FBL) e. V.” (vordem u. a. ‚Wählergruppe Willy Humpert’ bzw. ‚Bürgervereinigung Remagen und Kripp e. V.’) und die “Bürgerliste Oberwinter und nördliche Stadtteile e. V.” (vormals ‚Wählergruppe Rommerskirchen’) zur jetzigen “Freien Bürgerliste der Gesamtstadt Remagen (FBL) e. V.” zusammen, um gemeinsam auch künftig unabhängig von Parteibindungen eine sachgerechte Vertretung der Bevölkerung in den Ortsbeiräten sowie im Stadtrat von Remagen und im Kreistag Ahrweiler anzustreben.

Unabhängig,  bürgernah und  ortsverbunden

Die Freie Bürgerliste tritt stets ohne Wenn und Aber für  eine unabhängige, bürgernahe und ortsverbundene Kommunalpolitik ein, kennt keinen Fraktions- und keinen Koalitionszwang, behält sich stets eine freie Entscheidung vor und möchte absolute Mehrheiten verhindern. Ihre Bürgernähe bringt sie zum Ausdruck, indem sie die Kommunalpolitik verständlicher macht und den Ortsbeiräten noch mehr Befugnisse geben sowie den älteren Mitbürgern zu einer noch besseren Lebensqualität verhelfen möchte. Sie setzt ihre Kraft für das Wohlbefinden der Einwohnerschaft in der Gesamtstadt Remagen ein und trägt nach besten Kräften dazu bei, das Leben für sie noch lebenswerter zu machen. So wird u. a. an die Ausweisung von bezahlbaren Bauplätzen und die Schaffung von weiteren Arbeitsplätzen durch die Ansiedlung von Unternehmen unter Einbindung der Fachhochschule gedacht; auch wäre der Jugendarbeit weiterhin hohe Priorität einzuräumen.

Es begann in Kripp

Die Remagener Bürgerliste entstand in den Anfangsmonaten des Jahres 1964 auf Drängen des Kripper Bürger- und Verkehrsvereins unter ihrem Vorsitzenden Ernst Dannemann. Den Grund hierzu lieferte die damalige Stadtverwaltung, die Kripp seit Jahren vernachlässigte, mit ihrem “obrigkeitlichen” Verhalten gegenüber der Bevölkerung; so erstellte sie u. a. “Riesenbebauungspläne” und Planunterlagen für eine “Gartenstadt” im südlichen Remagen ohne ausreichende Informationen der unmittelbar Betroffenen. Unterstützung bekamen die Kripper Bürgerinnen und Bürger der “ersten Stunde” bereits bei ihrer ersten Zusammenkunft auch aus Remagen. Nach weiteren Gesprächen und Versammlungen stellte man für die Kommunalwahl im Jahre 1964 eine Kandidatenliste der “Wählergruppe Willy Humpert” mit 34 Bewerbern auf und erzielte auf Anhieb ein Wahlergebnis von 25,6% (in Kripp 44,2%); fünf Kandidaten, nämlich Willy Humpert, Friedrich Atzenroth, Reinhold Esch, Christian Iven und Johann Horschel, hielten “Einzug” in den Remagener Stadtrat. Christian Iven wurde Stadtbeigeordneter. Für ihn rückte später Günther Möller im Stadtrat nach.

Remagen, Oberwinter, Oedingen, Rolandswerth und Unkelbach schließen sich zusammen zur “Stadt Remagen”

Obwohl die “Wählergruppe Willy Humpert” nur auf lokaler Ebene in Remagen und in Remagen-Kripp vertreten war, entschied sie sich 1969 im Rahmen der kommunalen Neuordnung des Landes Rheinland-Pfalz zur Bildung eines Mittelzentrums im Bereich der Ahrmündung mit der Bezeichnung “Stadt Remagen” unter Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Remagen mit Kripp, Oberwinter, Rolandswerth, Unkelbach und Oedingen (Bodendorf entschied sich für Sinzig). Bei der ersten Kommunalwahl in der neuen “Großgemeinde” am 8. Juni 1969 schnitten die Bürgerlichen erneut beachtlich ab. Zusammen mit der neugebildeten Wählergruppe Rommerskirchen (Oberwinter) erreichten sie 29,2% und sieben Sitze im neuen Rat der “neuen” Stadt Remagen. Werner Unkels wurde Ortsvorsteher in Oberwinter und blieb es bis 1989.

Im Stadtkern von Remagen wurden 18,5% und im Stadtteil Kripp 54% erreicht. Dabei erhielt die WG Humpert vier Sitze mit Willy Humpert, Christian Iven, Heinz Schüller und Günther Möller sowie die WG Rommerskirchen mit Hans-Theo Rommerskirchen, Werner Euskirchen und Dr. Horst-Walter Endriss drei Mandate für den Remagener Stadtrat. Im Kripper Ortsbeirat war die Bürgerliste mit Philipp Bauer, Inge Hoellen, Hans Nies, Hans Tempel, Friedel Valentin und Kurt Scholz vertreten. Christian Iven wurde Ortsvorsteher (er blieb es bis 1994) und Klaus Grebe Stadtbeigeordneter.

Gründung des Vereins “Bürgervereinigung Remagen und Kripp e. V.”

Mit der Vereinsgründung am 10. Januar 1974 im Gasthaus “Rhein-Ahr” in Kripp unternahm die Wählergruppe mit der Verabschiedung einer Satzung und der Eintragung in das Vereins-register einen wichtigen Schritt in die Zukunft. Der neu gegründeten “Bürgervereinigung Remagen und Kripp e. V.” schlossen sich zahlreiche neue Mitglieder an. Bei der Kommunalwahl 1974 musste die Bürgervereinigung, die Willy Humpert auch als Vorsitzender führte, erstmals Stimmenverluste hinnehmen und fiel von 18,5% auf 10,3% ab. Auch die WG Rommerskirchen hatte fortab, wie ihre Listenfreunde aus Remagen und Kripp, ein Ratsmandat weniger. Dem neuen Rat gehörten von der Bürgervereinigung Willy Humpert, Christian Iven und Heinz Schüller und aus der Nordstadt Hans-Theo Rommerskirchen und Werner Euskirchen an.

Bei der Kommunalwahl 1979 stabilisierte sich der Anteil der “Bürgervereinigung” auf 9,9%. Beide Gruppen blieben aber dennoch mit zusammen fünf Stadtratsmitgliedern vertreten. Die Bürgervereinigung mit Willy Humpert, Christian Iven und Eduard Kleese. Willy Humpert schied aus Gesundheitsgründen am 3. November 1980 aus; der jetzige Fraktionssprecher Hans-Joachim Bergmann rückte in den Stadtrat nach.

Trendwende im Jahr 1984

Eine aufsteigende Tendenz verzeichnete die “Bürgervereinigung Remagen und Kripp e.V.” bei der Kommunalwahl 1984 mit einem Anstieg auf 10,2% und beide Bürgerlisten mit einem Anteil von 17,3%. In den neuen Stadtrat kamen Christian Iven, Hans-Joachim Bergmann und Franz-Josef Schneider, während die Nordstadtfreunde mit Hans-Theo Rommerskirchen und Werner Unkels (später Hans-Jürgen Willeke) vertreten waren.

Die “Bürgervereinigung” änderte bei der Jahreshauptversammlung am 18. Oktober 1984 ihre Satzung und ihren Namen in “Freie Bürgerliste Remagen und Kripp e. V.” Der langjährige Spitzenkandidat und Vorsitzende Willy Humpert schied bei dieser Versammlung aus Gesundheitsgründen aus dem Vorstand aus, und Christian Iven wurde sein Nachfolger. Der allseits geschätzte und bewährte Kommunalpolitiker Willy Humpert blieb der Bürgerliste als Ehrenvorsitzender bis zu seinem Tod am 7. Mai 1987 erhalten.

Bürgerliste  ab  1988  auch  in  Unkelbach aktiv

In den folgenden Jahren nahm die Freie Bürgerliste eine beachtliche Aufwärtsentwicklung und wurde 1988 auf den Ortsbezirk Unkelbach ausgedehnt. Die Mitgliederzahl nahm weiter stark zu. Bei der anstehenden Kommunalwahl 1989 wurden für den Stadtrat 29 Kandidaten und für die Ortsbeiräte in Remagen, Kripp und Unkelbach insgesamt 27 Bewerber aufgestellt.

Bei der Kommunalwahl im Jahre 1989 zahlte sich die Listenverbindung der beiden Bürgerlisten von Remagen und Oberwinter aus; auch, dass in Unkelbach erstmals eigene Kandidaten aufgestellt wurden. Bei den Wahlen zum Stadtrat erhielt sie einen Zugewinn von 10,7% und kam auf ein stolzes Ergebnis von 28,03%. Damit wurde die absolute Mehrheit der CDU gebrochen, denn auch die anderen Parteien konnten zulegen. Für die Bürgerlisten zogen in den Stadtrat ein: Hans-Joachim Bergmann (Fraktionssprecher), Christian Iven, Marianne Kaczor, Franz-Josef Schneider, Otto Lembke, Helmut Barkentien, Hans-Theo Rommerskirchen (ab 1990 Hans-Jürgen Willeke) und Werner Unkels (ab 1993 Brigitte Güttes).

Überproportional gut schnitt die Bürgerliste in Unkelbach ab. Hier trat sie erstmals mit eigenen Kandidaten an und erhielt fast 45% und stellte mit Helmut Barkentien auch erstmals einen eigenen Ortsvorsteher in diesem Ortsteil. Die Unkelbacher Ortsbeiratsmitglieder waren Klaus Olef, Klaus Heemeier und Max Merken. In den erneut angestrebten und gegen den erbitterten Widerstand der CDU durchgesetzten Ortsbeirat von Remagen zogen Marianne Kaczor, Wilfried Humpert und Stefan Meyer ein. Zum Ortsvorsteher von Remagen wurde Hans-Joachim Bergmann gewählt. Die weiteren FBL-Vertreter in den anderen Ortsbeiräten waren Helmut Blumenstein, Rudolf Fuchs, Philipp Bauer und Günther Möller in Kripp, Anton Beer, Margarete Euskirchen und Hartwig Köhler (ab 1993 Marlies Schwippert) in Oberwinter und Hans-Jürgen Willeke sowie Johann Josef Schmitz (später Joachim von Roebel) in Rolandswerth.

Christian Iven wurde erneut zum Ortsvorsteher in Kripp gewählt und Klaus Grebe zum 2. Beigeordneten der Stadt Remagen. Klaus Grebe hat sich für die Bürgerliste und für die Allgemeinheit sehr verdient gemacht. Leider ist viel zu früh für uns alle am 28. April 2000 verstorben.

“Führungswechsel”  in  Oberwinter

Ende 1989 übernahm Werner Euskirchen den Vorsitz der “Bürgerliste Oberwinter und nördliche Stadtteile e. V.” und löste damit Hans-Theo Rommerskirchen, beides Gründungsmitglieder, ab, der diese Funktion 20 Jahre inne hatte und sie nunmehr aus Altergründen abgab. Hans-Theo Rommerskirchen wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt, denn er hatte sich für Oberwinter in hervorragender Weise eingesetzt und vieles erreicht. Mit der Zeitung “Der Bürger” machten er und seine Listenfreunde – frech und auf den Punkt gebracht – auf Probleme und Ungereimtheiten aufmerksam. Leider steht Hans-Theo Rommerskirchen der Bürgerliste nicht mehr zur Verfügung.

Neues  Kommunalwahlrecht

Zu den 1994er Wahlen trat neues Wahlrecht in Kraft: U. a. Urwahl des Bürgermeisters, Veränderung der Anzahl der Stadtratsmitglieder (neuer Schlüssel), Bildung eines Ausländerbeirats und Ausschüsse mit Entscheidungen tagen öffentlich.

Gefestigt gingen die Bürgerlisten aus den Kommunalwahlen 1994 hervor: Sie hatten einen Stimmenanteil von 20,84% und insges. 7 Sitze im Stadtrat erzielt; es waren Hans-Joachim Bergmann (Fraktionssprecher), Christian Iven, Otto Lembke, Helmut Barkentien, Wilfried Humpert,  Hans-Jürgen Willeke und Anton Beer. Stadtbeigeordneter wurde erneut Klaus Grebe. In den Ortsbeiräten von Remagen und in den anderen Ortsbezirken war die FBL erneut vertreten. Zum FBL Ortsvorsteher von Unkelbach wurde erneut Helmut Barkentien gewählt.

Die Vertreter der Bürgerlisten in den Ortsbeiräten: Remagen: Franz-Josef Schneider und Martin Kamenz; Kripp: Stefan Meyer, Dieter Breuer und Willy Weis; Oberwinter: Brigitte Güttes und Marlies Schwippert; Oedingen: Hans-Hermann Kaack (später Stephan Plück); Rolandswerth: Hans-Jürgen Willeke und Joachim von Roebel; Unkelbach: Klaus Heemeier und Klaus Olef.

Kommunalwahlen 1999

Nach den Wahlen im Jahre 1999 sind die beiden Bürgerlisten derzeit im Stadtrat vertreten mit Hans-Joachim Bergmann, Otto Lembke, Stefan Meyer, Klaus Olef und Anton Beer sowie in den Ortsbeiräten mit  Hans-Joachim Bergmann, Otto Lembke und Elmar Molwitz (Remagen), Thomas Nuhn (Oberwinter), Dieter Breuer und Astrid Zimmermann (Kripp), Klaus Olef und Joachim Mittweg (Unkelbach). Als Ortsvorsteher wurden Hans-Joachim Bergmann in Remagen und Rudolf Schönenborn in Rolandswerth durch die Bürgerschaft gewählt. Im Kreis Ahrweiler sind die beiden Bürgerlisten der Stadt Remagen unter den Wählergruppen zusammen nach wie vor die stärksten.

Zusammenschluss  der beiden  Bürgerlisten

Anfang 2001 schlossen sich die Freien Bürgerlisten Remagen und Oberwinter zur “Freien Bürgerliste der Gesamtstadt Remagen (FBL) e. V.” zusammen, um gemeinsam noch stärker zu sein. Der derzeitige Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Hans-Joachim Bergmann, stellv. Vorsitzender Helmut Barkentien, Geschäftsführer Joachim Mittweg, Schatzmeister Hans Bauer und Pressesprecher Günter Hillmann.

Rückblick

Die Remagener Bürgerlisten haben viele Entscheidungen des Rates der Stadt Remagen und in den Ortsbeiräten mitgetragen, so z. B. den Flächennutzungsplan, viele Bebauungspläne, die Verlegung von neuen Wasserleitungen, die Flurbereinigung, den Bau von Entwässerungs-leitungen in Remagen und in den Ortsteilen und den Bau von Kläranlagen,.

Ein besonders offenes Ohr hatte man hinsichtlich der Unterhaltung, der Errichtung von Schulen,  Kindergärten und der Unterstützung der Feuerwehr. Auch haben die Bürgerlisten sich für die Anbindung von Remagen an die Wasserversorgung durch Bonn (Wahnbachtalsperre) entschieden (u. a. Verlegung einer Wasserleitung in der B 9) und vielen Entscheidungen zur Ansiedlung von Gewerbebetrieben und damit Schaffung von Arbeitsplätzen zugestimmt.

Leider konnten sie die Nordeinfahrt nicht verhindern, denn nach wie vor ist die Haupteinfahrt zur Kernstadt durch den Jahntunnel, was auch im Nachhinein gutachterlich bestätigt wurde. Verhindert wurde in jedem Fall die durch das Rheintal geplante Schnellbahn der Bundesbahn.

Die FBL hat auch die Entscheidungen zur Ansiedlung der Fachhochschule in Remagen, für den Bau des Arp-Museums in Rolandseck und der Dorfgemeinschaftshäuser sowie der Gemeinschaftsplätze, den Straßenbau, die Errichtung der Rheinhalle, den Bau des Schwimmbades und für viele andere Maßnahmen mit getragen. Diese Sachentscheidungen wurden mit unterschiedlichen Abstimmungspartnern durchgesetzt. Dennoch ist leider so manches infolge von knappen Finanzmitteln auf der Strecke geblieben; es bleibt also noch viel zu tun. Auch künftig werden wir gerne politische Verantwortung übernehmen.

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